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Padovani

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Es gibt Drinks, welche zutatenmässig, im Vergleich zu anderen Cocktails, geradzu bestechend simpel sind. Das heisst nicht, dass sie einfach herzustellen sind oder, dass sie einfach/eindimensional schmecken. Richtig gemacht, ist das Gegenteil der Fall, den gerade die Beschränkung auf wenige Zutaten lässt der Grundspirituose besonders viel Platz zur Entfaltung und erlaubt es dem Gaumen Unterschiede zwischen den verschiedenen Produkten einfacher zu unterscheiden
Der Gin-Tonic ist ein bekannter Vertreter dieser Gattung und wird von vielen Leuten verwenden, um verschiedene Gins im Cocktail kennenzulernnen.
Die Zutaten dafür: Gin und Tonic Water.

Kommen wir nun aber zum Kern dieses Beitrags: Der Padovani.
Den Padovani entdeckte ich das erste Mal im Diffords Guide #7. Benannt ist dieser Drink nach Xavier Padovani, einem der Traveling Mixologists und Brand Ambassador von Hendrik’s Gin.

Padovani

Padovani

Im Originalrezept wird nach gleichen Teilen Scotch Whisky und St. Germain Elderflower Liquor. Als Garnitur wird eine Zitronenzeste vorgeschlagen.
Wie bei fast allen Rezepten, welche Scotch Whisky verlangen, wird nicht spezifiert welche Art man damit meint. Passt ein fruchtiger Malt, ein süsser oder gar ein Rauchiger? Im Difford’s Guide wurden alle Scotch Rezepte mit Famous Grouse Blend gemacht.

Das Rezept liest sich zwar sehr interessant, aber das Verhältnis 1:1 lässt dem Whisky in den meisten Fällen fast keine Chance. Ich persönlich finde, dass ein Verhältnis von 4:1 (Whisky:Likör) ein sehr geeignetes Grundrezept ist. Je nach Whisky kann man den Liköranteil erhöhen oder veringern.
Eine Garnitur würde ich weglassen.

Ebenso ersetze ich den Blended Scotch durch Single Malt, was einige Puristen jetzt wahrscheinlich gequält aufstöhnen lassen wird. Aber es muss ja nicht der Nonplusultra Malt für 300 CHF sein.
Es funktioniert auch nicht mit jedem Whisky. Gerade filigrane Whiskys würde ich nicht vermixen, da man hier den Liköranteil so weit reduzieren muss, bis man den Whisky auch pur trinken könnte.

Sehr gut funktioniert der Old Pulteney 12y, für wenig Geld bekommt man hier einen wunderschönen Malt, den ich bereits einmal vorgestellt habe. Im Padovani glänzt er vor allem mit einer schönen Bananennote.  Allgemein gilt: fruchtige Whiskys funktionieren relativ gut.
Auch sherrybetonte Whisky wie ein Mortlach 16 oder ein Bowmore 15 darkest, der auch noch schöne Rauchnoten mit sich bringt, funktionieren hier und ergeben ein eher spezielles Gesamtergebnis. Man sollte sich aber bewusst sein, dass der Sherry bei weitem nicht so präsent sein wird, wie beim Purgenuss. Ich hatte das Gefühl, dass die Sherrynoten besonders empfindlich sind.

Wer jetzt glaubt, dass rauchige Whiskys hier nicht funktionieren (wie ich es zu Beginn tat), täuscht sich gewaltig. Ein Smokehead (was der genau drin hat, weiss ja niemand so genau) macht einen wunderbar rauchigen Padovani, der vom Holunderblütenlikör unterstützt wird. Aber auch ein Laphroaig oder ein Ardbeg werden funktionieren. Laphroaig 10y gehört für mich zu den besten Standardabfüllung.

Wer gerne etwas schweizerisch bleibt, greift zu einem Säntis Single Malt. Hier ist aber Vorsicht mit dem Holunderblütenlikör geboten, da der Whisky (in Bierfässern ausgebaut) selbst schon sehr süss daherkommt.

Obige Whiskys sind natürlich nur Vorschläge, testet einfach selbst.

Hier das Rezept wie ich einen Padovani mache.

  • 4cl Whisky
  • 1cl St. Germain Elderflower Liquor

Im Tumbler aufbauen und verrühren. Prost!

P.S.
St Germain Likör gibt es bei ullrich.ch oder bei Jelmoli

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Liquid Christmas

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Eigentlich sollte dieser Post schon zur Weihnacht raus. (insert your favourite excuse here) Aber wie es halt so ist: Weihnachtstress und nach den Weihnachten für fast 4 Tage krank. Somit kommt der Cocktail mit diesem Namen etwas zu spät, aber Weihnachten ist ja alle Jahre wieder.

Eigentlich bin ich über einen Tee, genauer einen Orangen-Zimt-Tee, welchen ich mal auf der Arbeit entdeckte, auf die Idee dieses Cocktails gekommen. Im Vordergrund standen als zuerst starke Orangen- und Zimtaromen, welche aber im Laufe der Entwicklung zugunsten anderer Aromen und der Basisspirituose zurückgeschraubt wurden. Mit dem Ergebnis, dass der Cocktail so doch besser harmonierte.
Wie der Name “Liquid Christmas” bereits verrät, wollte ich neben den oben angesprochenen Aromen eine Art flüssige Weihnachten kreieren, also einen Cocktail, der einem an die Gerüche von Weihnachten erinnert. Natürlich ist es kaum möglich alle weihnachtlichen Gerüche in einen Cocktail unterzubringen, deshalb musste ich mich für ein paar wenige entscheiden: Nelken, Orangen, Zimt und Anis. Und natürlich Gin, aber Gin geht immer, nicht nur zu Weihnachten ;)

Da ich mir keinen Zimtsirup kaufen wollte, habe ich ihn selbst aufgesetzt: 4 Zimtstangen mit Wasser und Zucker (1:1) aufkochen und auf mittlerer Stufe etwas kochen lassen, in eine Flasche füllen und ca. 3-4 Tage ziehen lassen, was einen kräftigen, mit ganz leichten Holztönen, Sirup ergibt.

Meine ersten Versuche waren alle pappsüss und der Gin war völlig im Hintergrund. Nach und nach reduzierte ich die Zutaten bis ich ein akzeptables Ergebnis hatte. Akzeptabel ist allerdings nicht genug, also machte ich mich daran, den Gin und die Nelken bei meinen Versuchen wegzulassen, um zuerst das richtige Verhältnis der anderen Zutaten zu finden. Erst als mir dies gelungen war, vermixte ich das Ganze im richtigen Verhältnis und musste es nur noch im Kleinen anpassen.

Nun aber zum eigentlichen Rezept

Liquid Christmas

  • 3cl Gin (Tanquery 10)
  • 4 Nelken
  • 0.8cl Grand Marnier CR
  • 0.2cl Orangensaft (frisch)
  • 0.4cl Zimtsirup
  • 1/2BL Absinth

Nelken zerstossen oder zebrechen und ca. 10 Minuten mit dem Gin ziehen lassen.
Die anderen Zutaten hinzugeben, auf Eis schütteln und in einen Cocktailspitz abseihen.

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Guten Rutsch ins Jahr 2010

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mija.ch wünscht euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein erfolgreiches 2010!

Passend dazu ein schöner Cocktail, welcher in einem kleinen Experiment entstanden ist.

Genesis

  • 4cl Orangensaft
  • 3cl Aperol
  • 0.8cl Bols Genever

Im Glas aufbauen und mit Orangenzeste garnieren (leider gerade kein Foto zur Hand)

Ein erfrischender Aperitif, der durch den Genever eine schöne, malzige Süsse beinhaltet.
Inspiriert hat mich dazu mein Grossvater, der jeweils einfach Orangensaft, Aperol und einen Schuss Gin serviert (ungekühlt). Sozusagen, war dies meine erste Berührung mit Cocktails. Deshalb auch der Name, Genesis.

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Rubi Cass

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Eigentlich handelt es sich bei diesem Cocktail um eine Variante des Parisian Cocktail (oder Parisian Martini bei Difford).  Der Parisian Cocktail wurde in den 20er Jahren erschaffen, um Crème de Cassis bekannter zu machen.

Diese ursprüngliche Version verlangt zu gleichen Teilen nach Gin, trockenem Wermut und Crème de Cassis. Der Rubi Cass, so gefunden auf einer Flasche von Simon Ainée Creme de Cassis besteht zwar aus denselben Zutaten, besitzt aber eine  grösseren Anteil trockenen Wermuts, was mir persönlich besser schmeckt als die Formel 1/1/1.

Rubi Cass

  • 3cl Noilly Prat Dry
  • 1cl Crème de Cassis
  • 1cl Gin

Rubi Cass (das ist kein Longdrinkglas)

Auf Eis schütteln und in ein geeignetes Glas (Parisian Cocktail nutzt ein Cocktailglas) abseihen.

Die Mengen kann man natürlich anpassen (bzw. erhöhen), wichtig ist ja das Verhältnis. Ich mag allerdings einerseits diese kleinen Gläser (oben im Bild) und andererseits serviere ich den Rubi Cass gerne als Aperitif und da nicht alle Leute einen Cocktail vom Kaliber eines Negroni trinken wollen/können, passt das wunderbar.

Meistens benutze ich Tanqueray als Gin für diesen Cocktail. Wer es eher etwas milder mag, kann z.b. auch Whitley Neill verwenden, was auch zu einem runden, schönen Ergebnis führt.

Auch sehr schön funktioniert Bols Genever mit seiner kräften, malzigen Note.

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Bebbo Cocktail

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Endlich, die erste Eintrag in diesem Blog, der sich einem Cocktail widmet.

Dazu möchte ich etwas ausholen und einen Blick in die Vergangheit wagen.
Der Bebbo Cocktail basiert eigentlich auf dem Bee’s Knees Cocktail, welcher irgendwann während der Prohibiton (1919 – 1932) aufkam. Der genaue Ursprung ist leider nicht bekannt.

Der Begriff “Bee’s Knees” bedeutet umgangssprachlich “das Grösste/das Beste”. Gemäss diesem Link kann man die Enstehung des Begriffs mit der oben genannten Bedeutung ungefähr auf die erste Hälfte der 20er Jahre datieren, was bedeuten würde, dass der Bee’s Knees frühestens 1922, wohl aber eher später, das Licht der Welt erblickte. Der Bebbo-Cocktail wiederum wäre natürlich noch später anzusiedeln. Eventuell sogar in den 1930er Jahren.
Soweit zur Geschichte, doch nun zum eigentlichen Cocktail.

The Bebbo Cocktail

The Bebbo Cocktail

4.5cl Gin
2cl frischer Zitronensaft
2BL Honig
0.6cl Orangensaft

CocktailDB.com und Ted Haigh verwenden bis zu 3cl Zitronensaft, was mir aber definitiv zu viel ist.

Alle Zutaten in den Shaker und zuerst mal ohne Eis kräftig rühren, damit der Honig aufgelöst wird (es empfiehlt sich flüssiger Honig). Danach alles kräftig auf Eis schütteln und in einen vorgekühlte Cocktailschale abseihen. Ted Haigh schlägt in seinem Buch Vintage Spirits and Forgotten Cocktails eine Kirsche als Garnierung vor. Da ich keine Kirsche zur Hand hatte, nahm ich eine Zitronenzeste.

Ich habe den Cocktail mit verschiedenen Gins ausprobiert. Das beste Ergebnis lieferten Tanqueray und Hendrick’s Gin. Eher florale Gins oder solche auf der “Zitrus-seite” der Gins, funktionieren hier weniger gut und gehen etwas unter. Darum eher einen wachholderlastigen Gin benutzen.

Als Honig kam flüssiger Max Havelaar Honig zum Einsatz. Als Alternative versuchte ich das Ganze noch mit einem Thymian-Honig (zu beziehen in der Migros für ca. 6 CHF) was auch zu einem interessanten, etwas herberen Ergebnis führte. Hier ist allerdings Vorsicht mit dem relativ intensiven Honig geboten. Schnell unterdrückt er selbst Tanqueray.

Der Bebbo-Cocktail ist ein schöner, einfacher und ausgewogener Cocktail, der selbst mit einem Anfängerbarstock ohne Probleme gemixt werden kann.

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